Der Makler

Wer eine Versicherung braucht - egal ob als Privatperson oder als Unternehmen - hat heute verschiedene Möglichkeiten, einen Vertrag abzuschließen. Ein Weg führt über die Beratung und Vermittlung durch einen Versicherungsmakler.

Im Gegensatz zu anderen Vertriebsformen ist ein Versicherungsmakler an keine Versicherungsgesellschaft gebunden und damit ein absolut unabhängiger Partner. Er wird deshalb auch als „treuhänderischer Sachwalter" Ihrer Versicherungsinteressen bezeichnet.

Mit anderen Worten: Der Versicherungsmakler steht auf Ihrer Seite.

Mit der Tätigkeit des Versicherungsmaklers ist ein hohes Maß an Verantwortung verbunden. Und insofern ist es gut, dass Sie seit der Umsetzung der EU-Vermittlerrichtlinie im Mai 2007 das Recht darauf haben, zu erfahren, ob jemand, der mit Ihnen über Versicherungen sprechen möchte, als unabhängiger Versicherungsmakler aus der Breite des Marktes berät oder im Auftrag von einem oder von mehreren Versicherungsunternehmen unterwegs ist.
Alle in Deutschland tätigen Versicherungsvermittler - und damit auch Versicherungsmakler - sind bei der IHK registriert. Unter www.vermittlerregister.info können Sie im Internet die Registrierung und damit auch den Status eines Vermittlers überprüfen.

Ausgehend von der EU-Vermittlerrichtlinie beschreibt das deutsche Recht in der Gewerbeordnung (GewO), in der Versicherungsvermittlungsverordnung (VersVermV) und im Versicherungsvertragsgesetz (VVG) die Anforderungen an berufliche Qualifikation, die Zuverlässigkeit und die finanziellen Verhältnisse für eine Tätigkeit als Versicherungsmakler, außerdem werden die Beratungs- und Dokumentationspflichten geregelt.


geschichtliche Hintergründe des Versicherungsmaklers

 

Der Ursprung des Versicherungsmaklerwesens fällt zusammen mit dem Abschluss der ersten Versicherungsverträge.

Im 14. Jahrhundert traten Versicherungsmakler erstmals an den Seehandelsplätzen Mittel- und Oberitaliens auf. Sie leisteten Hilfe bei dem Entwurf komplizierter Seeversicherungspolicen. Noch im selben Jahrhundert breitete sich das Versicherungsmaklerwesen von dort zu den wichtigen Handelszentren der Niederlande aus und gelang schließlich im 16. Jahrhundert über Spanien und Portugal nach England als auch nach Deutschland.

In den Ursprüngen des Maklerwesens durften nur beeidigte Makler für ihre Mandanten tätig werden. Aus dem Jahre 1567 stammt der älteste Beleg für die Pflicht zur Leistung eines Eides, der die Amtswürde eines Maklers unterstreichen sollte.
Der älteste in Deutschland bekannte und von einem Versicherungsmakler vermittelte Versicherungsvertrag datiert aus dem Jahre 1590.

Zur weiteren Entwicklung des Maklerberufs vom 17. bis 19. Jahrhundert finden sich nur wenige Vorschriften, da es eine Spezialisierung der Makler auf bestimmte Handelszweige noch nicht gab.

Des weiteren wurden Grundsätze wie Verschwiegenheit, Treue, Aufrichtigkeit und dergleichen manifestiert.
Spuren der Existenz des Versicherungsmaklers finden sich sodann in der Hamburgischen Maklerverordnung von 


1654, in der Versicherungsmakler erstmals gesetzlich als Makler in "Assecurants" genannt wurden.

In den folgenden Jahrhunderten wurden verschiedene Maklerordnungen und deren Ergänzungen, Eide und Pflichtenbestimmungen festgelegt.
Eine bedeutende Wende ergab sich mit Inkrafttreten des "Allgemeinen Deutschen Handelsgesetzbuches" im Jahre 1861 und durch das 1871 ergangene "Gesetz, betreffs Aufhebung des Institutes der beeidigten Makler...". Es beseitigte das Monopol des beeidigten Maklertums. Von da an trat ein einfacher Gewerbeschein an die Stelle der Vereidigung.

Die Gesetzesgrundlage ist der § 93 Abs. 1 HGB :
(1) Wer gewerbsmäßig für andere Personen, ohne von ihnen auf Grund eines Vertragsverhältnisses ständig damit betraut zu sein, die Vermittlung von Verträgen über Anschaffung oder Veräußerung von Waren oder Wertpapieren, über Versicherungen, Güterbeförderungen, Schiffsmiete oder sonstige Gegenstände des Handelsverkehrs übernimmt, hat die Rechte und Pflichten eines Handelsmaklers.